Über Blackrolls und Faszien. Was steckt hinter dem Hype und was bringen die Rollen?

Angeregt von einem Interview mit David Flacke, dem Gründer des Studios Krafthaus in Köln (demnächst hier im OneFit Blog zu lesen), möchten wir uns heute mit dem Thema Faszienrollen auseinandersetzen. Die oft auch als Blackrolls bezeichneten Rollen dienen dazu die hautnahen (also nicht die tief liegenden) Faszien mechanisch zu reizen. Aber was genau sind Faszien und wozu sollte man sie stimulieren?

Ein persönliches Beispiel
Zur Verbildlichung ein kleines persönliches Beispiel: Während meiner aktiven Karriere als Tänzer (Danilo schreibt), hat mir mein unterer Rücken oft so sehr zu schaffen gemacht, dass ich mich kaum noch bewegen konnte. Während einer der sehr akuten Phasen wurde mir ein Osteopath empfohlen, der faszienbasiert  nach der Typaldos Methode behandelt. Ich konnte an dem Tag kaum stehen, sitzen oder laufen doch nach der sehr tiefen und übel schmerzhaften Faszienbehandlung  war ich wie neugeboren. 10 Minuten Hölle, die sich gelohnt haben. Natürlich ging die Behandlung viel tiefer als die Blackrolls es können, aber diese Anekdote verdeutlicht den Sachverhalt trotzdem recht gut.

Faszien…was?
Faszien sind im Grunde, ohne zu wissenschaftlich zu werden, Bindegewebsstrukturen, die Organe, Muskeln, Knochen, Nerven, das Unterhautfettgewebe und weitere Strukturen durchdringen und miteinander verbinden. Dadurch sind sie für die Mobilität und Spannkraft dieser Strukturen extrem wichtig. Bei Hasen und anderen springenden Tieren wird die extreme Explosivität u.a. auf die Faszienspannung zurückgeführt. Das verdeutlicht ganz gut, wie wichtig sie also auch für unsere Bewegungsabläufe sind.

blackroll-mann

Wie die Rollen helfen können
Vor allem durch zu wenig Bewegung oder verkehrte Bewegungsmuster, die lange beibehalten werden, können diese Faszien verkleben, sich verknoten, knicken und andere ungünstige Formen annehmen. Ist dies in sehr tief liegenden Geweben der Fall, hilft die Blackroll wahrscheinlich recht wenig. Bei oberflächlicheren Verspannungen und Verklebungen kann sie aber durchaus gute Ergebnisse erzielen. Durch die mechanische Stimulation werden die erreichten Muskel(faser)n angeregt Botenstoffe zu produzieren, die nach einigen Stunden wiederum dafür sorgen, dass die Faszienstruktur an Beweglichkeit zurückgewinnt. Auch scheint das Trainieren auf den Rollen für eine gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit im Gewebe zu sorgen, die wiederum die Geschmeidigkeit und damit die Funktionalität der Faszien erhöht.

Sport bleibt König
Allgemein gilt, dass ihr die Rollen umso weniger nötig habt, je mehr ihr euer Gewebe auf natürliche Weise stimuliert. Springen, rennen, heben, ziehen und hängen sind die natürliche Alternative. Der westlich-industrialisierte Alltag sorgt aber dafür, das die meisten von uns zu viel Sitzen, zu lange in der selben Position verweilen und sich deutlich zu wenig bewegen. Hinzu kommt oft noch eine ordentliche Portion Stress, die erwiesenermaßen für eine Verkürzung der Faszienfasern sorgen kann.
Bei den resultierenden flächigen Rückenschmerzen und anderen Symptomen, können die Rollen also durchaus ein paar gute Reize geben und für Linderung sorgen. Euch bewegen solltet ihr aber dennoch so viel und so abwechslungsreich wie möglich.

Neugierig geworden?
Für mehr Infos zum Thema, sucht bei Google einfach nach „Rolfing“ (Behandlungsmethode), „Faszien“ oder „myofasziale Entspannung“. In den meisten Studios im OneFit Netzwerk werdet ihr einige dieser Rollen finden. Probiert sie einfach mal aus und fragt bei den Trainern im Studio nach geeigneten Übungen. Viel Spaß beim geschmeidig werden!

Euer OneFit Team

Advertisements

Kommentar verfassen